Sozialpädagogische Fachexpertise der familiären Lebenswelt.
Die Sozialpädagogische Fachstelle erstellt im Auftrag von Behörden und Gerichten im Kindesschutz ressourcen- und kompetenzorientierte, sozialpädagogische Expertisen. Abklärungen finden primär im häuslichen Umfeld der Familie statt und bieten damit einen umfassenden Einblick in deren Lebenswelten.
Die Expertisen der Sozialpädagogischen Fachstelle orientieren sich am Konzept der dialogisch – systemischen Kindesschutzabklärung: Qualität und Wirksamkeit werden zu einem erheblichen Teil durch die Qualität der Zusammenarbeit zwischen Fachpersonen, Eltern und Kindern bestimmt. Auf dieser Grundlage nehmen Konzepte des Dialogs, des systemischen Arbeitens, der wachsamen Sorge und des diagnostischen Fallverstehens im Abklärungsprozess Schlüsselfunktionen ein.
In Abgrenzung zum forensischen Angebot der Psychiatrischen Dienste GR oder anderen Anbietenden handelt es sich bei der sozialpädagogischen Abklärung um kein psychologisch-psychiatrisches Gutachten. Im Einzelfall gilt es abzuschätzen, welche Form zielführend ist.
Situationserfassung
Diese Kurz-Abklärung ist dann sinnvoll, wenn eine Behörde sich ein Bild über eine spezifische Familiensituation machen möchte.
Aus drei bis fünf Besuchen in der Familie erstattet eine sozialpädagogische Fachperson der auftraggebenden Behörde Bericht über ihre Erkenntnisse und Beobachtungen.
Es sind keine sozialpädagogischen Interventionen vorgesehen.
Interventionsorientierte Abklärung mit Fragenkatalog
Behörden oder Gerichte haben konkrete Fragestellungen, zu denen sie eine Fachexpertise wünschen. In einer interventionsorientierten Abklärung besuchen zwei Fachpersonen während drei bis vier Monaten die Familie zu Hause und eventuell ihr Umfeld. Im Fokus stehen eine mögliche Kindeswohlgefährdung, die Erziehungsfähigkeiten der Eltern und die Entwicklungsperspektive der Familie.
Nach 20 bis 25 Besuchen wird ein Abklärungsbericht mit der Beantwortung des Fragenkatalogs mit umfassenden Empfehlungen zur Förderung der Kindeswohls erstellt.
Umfassende Lebenswelterfassung
Die Lebenssituation der Kinder wird ganzheitlich und unter Berücksichtigung verschiedener Dimensionen erfasst. Es werden folgende Lebensbereiche beurteilt:
Wohnen
Gesundheit
familiäre Situation
Arbeit und Tagesstruktur
soziales Umfeld
erzieherische Fähigkeiten der Eltern
Entwicklungsstand der Kinder
elterliche Kooperationsfähigkeit
Hierfür besuchen 2 Fachpersonen während 3 bis 4 Monaten die Familie. Nach 20 bis 25 Besuchen wird ein Bericht erstellt.
Die Expertise mündet in einer fundierten sozialpädagogischen Einschätzung des Kindeswohl entlang von Schutz- und Risikofaktoren und in fachlichen Empfehlungen zuhanden der Auftraggebenden.
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